Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge

 

Frauenärztliche Untersuchung

Eine frauenärztliche Untersuchung sollte in ca. 4-wöchigem Abstand bis zur 32.Schwangerschaftswoche, danach in 2-wöchigem Abstand bis zur Entbindung durchgeführt werden. Bei Terminüberschreitung werden Sie täglich oder jeden zweiten Tag zur Kontrolle in die Praxis einbestellt.
Zwischen der 9. und 14.Schwangerschaftswoche, der 19. und 23. Schwangerschaftswoche und der 29. und 32. Schwangerschaftswoche ist eine Routineultraschalluntersuchung vorgesehen. Mit Hilfe dieser Ultraschalluntersuchungen können etwaige Entwicklungsstörungen des Kindes oftmals frühzeitig festgestellt werden. Gegebenenfalls kann dann eine entsprechende Diagnostik oder Therapie eingeleitet werden.

Vor einer geplanten Ultraschalluntersuchung den Bauch möglichst 2 Tage nicht eincremen, sonst könnte die Sicht beeinträchtigt sein. 

 

Seit dem 1.4.2012 übernimmt die gesetzliche Krankenkasse auch den Zuckerbelastungstest zum Ausschluss eines Schwangerschaftsdiabetes, der zwischen der 26. bis 28. SSW durchgeführt wird.

 

Blutgruppenbestimmung

Zu Beginn der Schwangerschaft erfolgt die Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors (falls noch nicht bekannt), sowie die Durchführung eines Antikörpersuchtestes, um gegebenenfalls eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind frühzeitig festzustellen. Der Antikörpersuchtest wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche wiederholt, um zu überprüfen, ob eventuell in der Zwischenzeit eine Blutgruppenunverträglichkeit aufgetreten ist.
Falls bei Ihnen das Blutgruppenmerkmal Rhesus negativ vorliegt, erhalten sie in der 28. Schwangerschaftswoche eine Spritze, die einer möglichen Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind vorbeugt.
Sollte bei Ihnen eine Amniozentese oder Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt werden oder Blutungen auftreten, erhalten sie die Spritze auch zu einem anderen Zeitpunkt. Durch diese Spritze wird Ihr Antikörpersuchtest positiv, doch zeigt dies lediglich die Wirkung der Spritze an und bedeutet keine Gefahr für Ihr Kind.

Infektionsverhütung:

Zu Beginn der Schwangerschaft wird bei Bedarf eine weitere Blutuntersuchung vorgenommen, um festzustellen, ob sie gegenüber einer Infektion mit dem Windpocken- oder Rötelnvirus immun sind. Dies ist wichtig, da eine Windpocken- oder Rötelninfektion in der Schwangerschaft zu Missbildungen bei Ihrem Kind führen kann.
Ebenso wird ein Abstrich auf Chlamydien aus dem Gebärmutterhals entnommen, da eine Chlamydieninfektion den Verlauf Ihrer Schwangerschaft ungünstig beeinflussen kann.
Nach der 32. Schwangerschaftswoche wird nochmals eine Blutentnahme durchgeführt, die eine mögliche bestehende Infektion mit dem Hepatitis-B Virus aufdecken soll. Falls bei Ihnen eine solche Infektion vorliegt, muss Ihr Kind gleich nach der Geburt geimpft werden, um sich nicht anzustecken.
Routinemäßig wird ein Test zum Ausschluss von Lues (Syphilis) durchgeführt.
Zusätzlich empfehle ich Ihnen sicherheitshalber die Durchführung eines AIDS-Tests. Im Falle einer AIDS-Infektion würden Sie mit Tabletten behandelt werden, um eine Übertragung des Virus auf das Kind zu verhindern. Die Durchführung des AIDS-Tests ist in der Schwangerschaft kostenlos.

Hinweise

Die oben genannten Untersuchungen dienen dazu, eine möglichst gute und ungestörte Entwicklung Ihres Kindes zu gewährleisten. Trotzdem ist es wichtig, dass auch Sie durch eine gesunde Lebensweise und Ernährung (vor allem kein Alkohol, kein Nikotin, keine entbehrlichen Medikamente, keine Röntgenuntersuchungen, ausgewogene Mischkost) zu einem guten Verlauf Ihrer Schwangerschaft beitragen.
Insbesondere sollten Sie bedenken, dass Ihr Kind viele Substanzen aufnimmt, die sich im mütterlichen Kreislauf befinden. Gleichzeitig wird das Kind durch den mütterlichen Kreislauf ernährt, wodurch sich bei Schwangeren ein erhöhter Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen ergibt. Bei ausgewogener Ernährung kann auch der zusätzliche Bedarf des Kindes in der Regel abgedeckt werden. Nicht selten entwickelt sich jedoch ein Mangel, insbesondere hinsichtlich Eisen, Jod oder Folsäure.
Allgemein empfohlen wird eine prophylaktische Einnahme von 200 Mikrogramm Jod und 0,4 mg Folsäure während der Schwangerschaft (Kombipräparat z. B. Folio). Sollte bei Ihnen ein Eisenmangel festgestellt werden, wird Ihnen ein Eisenpräparat verordnet. Gegen in der Schwangerschaft gehäuft auftretende Wadenkrämpfe ist Magnesium wirksam. Magnesium hat außerdem eine leicht abführende Wirkung, was bei Verstopfung in der Schwangerschaft hilfreich ist.

 

Sinnvolle Ergänzungen der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge sind die:

  • Toxoplasmoseuntersuchung möglichst früh in der Schwangerschaft
  • Untersuchung auf das Vorliegen von B-Streptokokken in der 34.bis 36. SSW

 

Medikamente in der Schwangerschaft

  • Übelkeit: Nausematabletten,Vomex supp., Paspertintropfen
  • Schmerzen: Paracetamol 500 bis 1000 mg bis 3 x täglich oder bis zur 30. Schwangerschaftswoche Ibuprofen 400-600 mg bis 3x tgl. .
  • Sodbrennen: Gaviscon advance
  • Husten und Bronchitis: pflanzliche Präparate mit Thymian, Efeu, Gelomyrtol. Mucosolvan, ACC.
  • Allergie und Heuschnupfen: Fenistil, Tavegil, Loratadin, Cetirizin
  • Nebenhöhlenentzündung: Sinupret, Gelomyrtol
  • Antibiotika: Penicillin, Cefalosporin, Erythromycin, Monuril
  • Migräne: Paracetamol, bis zur 30. SSW Ibuprofen, ggf. Tramadol. Imigran (Triptan)